Tag 11 | Höhepunkte im Mont-Saint-Michel
Tatsächlich entschieden wur uns am Morgen von Tag 11 dafür, hier – an der Grenze zur Bretagne – einen weiteren Tag zu bleiben, dafür nachher die Rückreise etwas prompter als geplant anzugehen. Wie sich in den kommenden Stunden herausstellte, war das die einzig richtige Entscheidung. Durch den Tag haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Eine kleine Velo-Tour auf gut Glück brachte uns in ein Souvenir-Shop und der nahegelegene Einkaufsladen wurde ebenfalls nochmals aufgesucht. Das richtige Highlight dieses Tages – welches schon beinahe alle Eindrücke der gesamten Reise übertrumpfen konnte – folgte aber erst am Abend.
Unterdessen machten wir uns zum Dritten mal mit den Fahrrädern über den Damm um zum Mont-Saint-Michel zu gelangen. Auch heute Abend waren die Menschenmassen vom vorhergehenden Mittag wie vom Erdboden – oder der Flut – verschluckt. Schnell waren wir an der Kasse des Klosters angelangt und lösten unser Ticket zu Jugend-Preisen von je 5€. Und dann konnte es mit dem ungeführten Rundgang durch das Kloster beginnen – mit Stativ und Kamera bewaffnet. Schon im ersten Raum lag eine wahnsinnige Stimmung. Ein riesiger Raum, gestützt von massiven Säulen, in wessen Mitte ein Klavier stand. Leider spielte zu diesem Zeitpunkt niemand, dennoch war alleine schon dieser Raum überragend – und es sollten noch viele weitere davon folgen. Der Rundgang ist gezeichnet von ansprechender Beleuchtung und mystischem Nebel, der in den Räumen und Gängen liegt. Die Fledermäuse, die durch die Räume flattern unterstreichen die Geisterstimmung zusätzlich. Aus Lautsprechern ist ruhige Musik zu hören – teilweise werden Instrumente live bespielt. So kamen wir in den Genuss eines Harvenkonzertes in einem gefühlt 100m hohen Raum. Endlose Weiten liessen uns wie Mücken erscheinen. Der Besuch war äusserst eindrücklich und ist jedem Besucher der Normandie oder der Bretagne ans Herz zu legen. Immer wieder liessen die Räumlichkeiten zusammen mit der Lichtstimmung den Atem kurz aussetzen, bevor die entsprechenden Aufnahmen getätigt wurden. Ein Paradies für Fotografen aber sicherlich auch ein “must-see” für jeden anderen Touristen. Nachdem der Rundgang durch den offenen Garten führte, folgte ein Raum, der uns wohl am meisten beeindruckte. Währen im Hintergrund ein leises Ticken einer Uhr zu hören war, traten wir in einen riesigen, mit Leere gefüllten Raum, in wessen Mitte eine meterhohe Sanduhr stand, in welcher der Sand langsam rieselte. Man konnte sich die Botschaft in diesem Raum förmlich ausmalen. Zusammengefasst würde ich diesem Raum den Namen geben. Das kann jeder sagen, und jeder ist dieser Meinung, in diesem Raum fühlt man diese Aussage aber förmlich. Ich denke, die folgende Aufnahme zeigt in etwa die Stimmung, die in diesem letzten Raum des Rundgangs gewirkt hat.
Der Rundgang war zwar vorbei, die Eindrücke, die wir mitnehmen konnten, werden uns aber bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben. Und mit diesem Highlight schlossen wir nicht nur unseren langen Tag ab, sondern ein Stück weit auch unsere Reise durch die Normandie. Wir waren an unserem letzten Meilenstein angelangt und mussten langsam aber sicher wieder an die Rückreise denken – vorher wartete aber eine weitere Nacht in unserem Wohnmobil auf uns..
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