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Normandie 2010 | Tag 11

Normandie 2010 | Tag 11

Tag 11 | Höhepunkte im Mont-Saint-Michel

Tatsächlich entschieden wur uns am Morgen von Tag 11 dafür, hier – an der Grenze zur Bretagne – einen weiteren Tag zu bleiben, dafür nachher die Rückreise etwas prompter als geplant anzugehen. Wie sich in den kommenden Stunden herausstellte, war das die einzig richtige Entscheidung. Durch den Tag haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Eine kleine Velo-Tour auf gut Glück brachte uns in ein Souvenir-Shop und der nahegelegene Einkaufsladen wurde ebenfalls nochmals aufgesucht. Das richtige Highlight dieses Tages – welches schon beinahe alle Eindrücke der gesamten Reise übertrumpfen konnte – folgte aber erst am Abend.

Unterdessen machten wir uns zum Dritten mal mit den Fahrrädern über den Damm um zum Mont-Saint-Michel zu gelangen. Auch heute Abend waren die Menschenmassen vom vorhergehenden Mittag wie vom Erdboden – oder der Flut – verschluckt. Schnell waren wir an der Kasse des Klosters angelangt und lösten unser Ticket zu Jugend-Preisen von je 5€. Und dann konnte es mit dem ungeführten Rundgang durch das Kloster beginnen – mit Stativ und Kamera bewaffnet. Schon im ersten Raum lag eine wahnsinnige Stimmung. Ein riesiger Raum, gestützt von massiven Säulen, in wessen Mitte ein Klavier stand. Leider spielte zu diesem Zeitpunkt niemand, dennoch war alleine schon dieser Raum überragend – und es sollten noch viele weitere davon folgen. Der Rundgang ist gezeichnet von ansprechender Beleuchtung und mystischem Nebel, der in den Räumen und Gängen liegt. Die Fledermäuse, die durch die Räume flattern unterstreichen die Geisterstimmung zusätzlich. Aus Lautsprechern ist ruhige Musik zu hören – teilweise werden Instrumente live bespielt. So kamen wir in den Genuss eines Harvenkonzertes in einem gefühlt 100m hohen Raum. Endlose Weiten liessen uns wie Mücken erscheinen. Der Besuch war äusserst eindrücklich und ist jedem Besucher der Normandie oder der Bretagne ans Herz zu legen. Immer wieder liessen die Räumlichkeiten zusammen mit der Lichtstimmung den Atem kurz aussetzen, bevor die entsprechenden Aufnahmen getätigt wurden. Ein Paradies für Fotografen aber sicherlich auch ein “must-see” für jeden anderen Touristen. Nachdem der Rundgang durch den offenen Garten führte, folgte ein Raum, der uns wohl am meisten beeindruckte. Währen im Hintergrund ein leises Ticken einer Uhr zu hören war, traten wir in einen riesigen, mit Leere gefüllten Raum, in wessen Mitte eine meterhohe Sanduhr stand, in welcher der Sand langsam rieselte. Man konnte sich die Botschaft in diesem Raum förmlich ausmalen. Zusammengefasst würde ich diesem Raum den Namen Nutze die Zeit geben. Das kann jeder sagen, und jeder ist dieser Meinung, in diesem Raum fühlt man diese Aussage aber förmlich. Ich denke, die folgende Aufnahme zeigt in etwa die Stimmung, die in diesem letzten Raum des Rundgangs gewirkt hat.

Der Rundgang war zwar vorbei, die Eindrücke, die wir mitnehmen konnten, werden uns aber bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben. Und mit diesem Highlight schlossen wir nicht nur unseren langen Tag ab, sondern ein Stück weit auch unsere Reise durch die Normandie. Wir waren an unserem letzten Meilenstein angelangt und mussten langsam aber sicher wieder an die Rückreise denken – vorher wartete aber eine weitere Nacht in unserem Wohnmobil auf uns..

Normandie 2010 | Le Mont-Saint-Michel Normandie 2010 | Le Mont-Saint-Michel
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Normandie 2010 | Tag 10

Normandie 2010 | Tag 10

Tag 10 | Der sagenhafte Mont-Saint-Michel

Unser letztes, konkretes Ziel war kurz vor uns – was wir unbedingt noch sehen wollten war der Mont-Saint-Michel. Wir wussten nicht viel von diesem Klosterberg, wir wussten nicht, was uns erwarten würde. Schon Minuten vor der eigentlichen Ankunft an unserem Stellplatz direkt vor dem Damm ragte der eindrückliche Berg in die Höhe, was ihn von Weitem erkennen liess. Wie Touristen (oh, ich vergass, wir SIND ja Touristen) parkierten sofort an der nächsten möglichen Stelle mit freier Sicht auf den Mont-Saint-Michel und schossen unsere ersten Fotos – noch ohne irgend eine Ahnung, was uns an diesem mystischen Ort tatsächlich erwaren würde. Den Stellplatz fanden wir ohne Probleme – wir hatten auf Grund des Rückstaus auch ausreichend Zeit, uns umzusehen. Gleich nachdem der Stellpatz bezahlt und bezogen war, machten wir uns mit unseren Fahrrädern über den Damm und kamen nach wenigen Minuten an der Sehenswürdigkeit an. Hätten wir nicht gewusst, dass es sich um eine Sehenswürdigkeit handelt, hätten wir es spätestens jetzt am Menschenauflauf festgestellt. Massen von Menschen zwängte sich durch die Tore, die in das Städchen führten – und wir mittendrin statt nur dabei. In den engen Gassen konnte es einem durchaus unwohl werden, dennoch haben wir es wohlerhalten geschafft, bis nach oben zur Warteschlange des ehemaligen Klosters zu gelangen. Es benötigte dort aber keinen Worten – die Schlange stand und stand, da ging so gar nichts. Kurzerhand sind wir umgedreht, diesmal durch die Hauptgasse – ein schwerwiegender Fehler, wie sich herausstellte. Denn der Abstieg dauerte mit einer halben Stunde mindestens doppelt solange wie der Aufstieg, den wir gerade hinter uns hatten. Im Fremdenverkehrsamt sagte man uns, dass das Kloster bis 23:00 Uhr geöffnet sei und gegen Abend viel weniger Leute vor Ort wären. Das animierte uns, erstmal den Rückzug anzutreten um uns einen gemütlichen Nachmittag beim Wohmobil zu machen. Und um 20:30 Uhr wagten wir uns erneut mit den Fahrrädern zum Berg. Glücklicherweise lag der Stellplatz so gut, dass wir innerhalb von 10min wieder vor Ort waren. Die Autoschlangen hatten sich bereits aufgelöst und schon von weitem war erkennbar, dass die Parkplätze nicht mehr gefüllt waren. Wie auch, schliesslich waren diese bis auf einen kleinen Rest von der Flut überschwemmt. Wo vor einigen Stunden noch Dutzende Reisebusse standen, hatte sich nun das Meer durchgesetzt. Wer hier nicht pünktlich abfährt kann sein Auto irgendwo in den Fluten suchen. Sehr eindrücklich, diesen Unterschied zwischen Ebbe und Flut mitzuerleben. Anscheinend nähert sich die Flut schneller, als jedes Pferd gallopieren kann. Jetzt, wo wir das sahen, glauben wir daran.

Ich für meinen Teil konzentrierte mich an diesem Abend auf die Aussenansicht des Kultur-Objektes. Nach dem Sonnenuntergang und der Einschaltung der Aussenbeleuchtung gelangen hierbei einige ganz interessante und wie ich behaupten möchte sehenswerte Aufnahmen. Diese Tatsache liess es nicht zu, den Ort schon wieder zu verlassen, um mich auch im Innern noch umzusehen. Dieser Part musste auf den nächsten Tag verschoben werden – auch wenn es eigentlich gar nicht geplant war, noch einen weiteren Tag hier zu bleiben. Nachdem ich aber Aufnahmen und Eindrücke der Kloster-Besichtigung einsehen konnte, war die Entscheidung schon fast gefallen. Wir mussten einfach noch einen weiteren Tag hier bleiben..

Normandie 2010 | Le Mont-Saint-Michel von Aussen Normandie 2010 | Le Mont-Saint-Michel bei Nacht
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Normandie 2010 | Tag 9

Normandie 2010 | Tag 9

Tag 9 | Der nördlichste Zipfel der Normandie

Als Abschluss unseres Besuches der Halbinsel Contentin beschlossen wir uns an diesem Morgen, den fast nördlichsten Punkt zu besuchen – Barfleur. Aufgefunden haben wir hier eine schöne Küste, jedoch keinen wirklich spektakulären Ort, was uns nach einem gemütlichen Mittagessen unterwegs schon bald weiterreisen liess. Schliesslich wollten wir heute noch an die Westküste von Contentin, wo wir jeden Ort ab Blainville-sur-Mer besucht hatten, um einen schönen Stell- oder Campingplatz ausfindig zu machen. Schlussendlich sind wir bis Bréville-sur-Mer gereist und haben dort einen Camping-Platz nahe am Meer (so schien es uns zumindest) gefunden. Schon bald kam der Abend und ich machte mich mit meiner Kamera auf den Weg zum Meer. Nach ungefähr einer Viertelstunde Fussmarsch bin ich auch tatsächlich angekommen, bevor die Sonne so richtig unterging. Ich stand alleine an diesem riesigen Strand, hörte die Wellen klatschen und der starke Wind pfeiffte mir um die Ohren und sorgte dafür, dass das Objektiv meiner Kamera noch vor den ersten Aufnahmen schon ganz matt wurde vom ganzen Sand. Nach kurzer Säuberung und erneuter Ausrichtung der Kamera auf dem Stativ schoss ich die ersten Aufnahmen von der untergehenden Sonne. Zum Glück, denn es stellte sich heraus, dass leicht über dem Horizont Wolken standen, die den Untergang dummerweise verdeckten. So habe ich dann aber dennoch die eine oder andere schöne Aufnahme einfangen können.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz wehte die eine oder andere Fahne des nahegelegenen Golfplatz in der späten Abenddämmerung und ich wünschte mir das erste mal, dass es die Golf-Ausrüstung auch mit in die Normandie geschafft hätte. Dem war aber nicht so, was mir dafür einen guten Grund gab, mich in unser Wohnmobil zu verkriechen und mich langsam aber sicher der Nacht und dem Schlaf hinzugeben.

Normandie 2010 | In St-Vaast-la-Hougue Normandie 2010 | Abendstimmung bei Bréville
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Normandie 2010 | Tag 8

Normandie 2010 | Tag 8

Tag 8 | Die Bunker-Anlagen von Azeville

Vor allem Ste-Mère-Eglise mit seiner weltbekannten Kirche, auf welcher ein toter Fallschirmjäger gelandet ist und das daneben stehende Airborne Museum wollten wir an diesem Tag besichtigen. So begann unsere Reise auch damit, den Ort in das Navigationsgerät einzutragen und dem entsprechenden Strassenverlauf zu folgen. Schon bald erblickten wir den Kirchturm und den noch immer darüber gespannten Fallschirm – das Wahrzeichen von Ste-Mère-Eglise. Es ist erstaunlich, wie ähnlich die Kirchen in Frankreich aussehen, wenn man sich aus der Schweiz gewohnt ist, dass jede Kirche komplett anders aussieht. Dennoch wollte die berühmte Kirche von innen und aussen bestaunt werden. Innen schien die Kirche nichts besonders umwerfendes zu sein, lediglich die Tatsache, dass auf dem Dach ein Fallschirm und ein US-Soldat (in Puppen-Form) hängt, unterscheidete den Besuch dieser Kirche von einem in jeder anderen Kirche.

Gleich nebenan lag das Airborne-Museum, welches mit zahlreichen Original-Gegenständen und -Uniformen aufwartete. Es stelle sich als äusserst interessant heraus, die Utensilien zu betrachten, welche im zweiten Weltkrieg zum Teil über Leben und Tod entscheiden konnten. Von der Zigaretten-Schachtel bis hin zum Skalpel konnte man so einiges entdecken. Im Freien und in einer grossen Halle war es ausserdem möglich, Flug- und Fahrzeuge der Fallschirmjäger unter die Lupe zu nehmen um sich einen Eindruck zu verschaffen, mit wie wenig Komfort die Soldaten in der Zeit auskommen mussten.

Unterdessen setzte der Regen wieder ein und so machten wir uns an die Verfolgung der blauen Löcher im Himmel und folgten dem schönen Wetter in Richtung Azeville, wo eine weitere Bunker-Anlage versteckt sein sollte. Wir wussten nicht so richtig, was uns an diesem Ort erwartete, entschlossen uns aber für eine Führung mittels Audio-Guide, welche sich im Nachhinein als äusserst lohnenswert heraus stellte. Durch einen Telefon-Höhrer (so sah es zumindest es aus und fühlte es sich an), wurden uns sehr interessantes Hintergrundwissen über diese und Bunkeranlagen im Allgemeinen vermittelt. Sehr eindrücklich zum Beispiel die Informatione, dass die Bunker von den Deutschen Truppen so bemalt wurden, dass Sie von Spähern der Alliierten Truppen nicht als solche erkannt und danach angegriffen und zerstört werden konnten und viel eher an altertümliche Burgruinen oder alte normannische Häuser erinnern sollten. Auf dem Foto weiter unten rechts erkannt man die Wandmalerei noch recht gut, welche erfolgreich rekonstruiert werden konnte. Am linken Bunkerrand kann man erkennen, dass der Nachthimmel, der durch einen nebligen Wald schimmert, simuliert werden sollte.

In unserem Stellplatz-Führer hatten wir einigermassen in der Nähe von unserem aktuellen Standort einen Stellplatz mit Meersicht gefunden, welchen wir sogleich auch ansteuerten. Das Örtchen St-Vaast-la-Hougue (wie kommt man eigentlich auf solche Ortsnamen?) war schnell erreicht und lag tatsächlich am Meer. Der “Aire du camping-car” war ebenfalls nahe am Wasser gebaut, die Meersicht wurde durch einen Zaun (dessen Nutzen unergründlich war) aber erfolgreich verhindert. Schade, trotzdem aber gaben wir uns mit dem Plätzchen zufrieden und richteten uns erstmal ein. Für einmal musste die Gebühr weder an einer Schranke noch per Automat bezahlt werden. Am Willkommens-Schild war lediglich eine Notiz befestigt, auf welcher es hiess, dass im Verlaufe des Abends wohl irgend jemand vorbei kommen würde, um die Gebühren einzutreiben. Nach einem kurzen Spaziergang zum Meer und erneut einsetzenden Regenschauern war es dann tatsächlich so weit. Ein Pick-Up fuhr vor und klopfte sich von Tür zu Tür um überall den geschuldeten Bazen abzuholen..

Normandie 2010 | Berühmte Sainte-Mère-Eglise Normandie 2010 | Bunker von Azeville
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Normandie 2010 | Tag 7

Normandie 2010 | Tag 7

Tag 7 | Der Weltkrieg am Utah Beach

Das Übernachten auf dem Camping-Platz hat uns zugesagt. Vor allem die Tatsache, dass man die Möglichkeit hat, den Platz mit dem Wohnmobil zu verlassen und später wieder einzunehmen erwies sich sehr praktisch. Auf Stellplätzen empfiehlt es sich, früh genug – nämlich um die Mittagszeit – am Stellplatz zu sein, damit noch ein Platz verfügbar ist. Auf dem Camping-Platz kann man gut und gerne aber auch mal bis in den Abend unterwegs sein und muss keine Angst haben, keinen Platz mehr zu finden. So war die Chance durchaus in Takt, dass wir auch am heutigen Tag auf einem Camping-Platz landen würden, wir liessen uns aber vorerst von unserer heutigen Route überraschen. Der Besuch in Vierville-sur-Mer wurde mangels Sehenswürdigkeit recht kurz gehalten. Der Fischmarkt wurde bereits abgebaut, die entsprechenden Gerüche lagen aber noch weit um das Hafenbecken herum in der Luft. Das könnte ebenfalls ein Grund gewesen sein, warum wir bald wieder das Weite suchten und weiter in Richtung “Pointe du Hoc” fuhren. Wir wussten bis zur Ankunft nicht so richtig, was uns an diesem Ort erwartet, irgendwas musste da aber sein, da dieser Punkt auf jeder Karte der Umgebung eingezeichnet war und wir schon früh Schilder entdeckten, die uns dahin führten. Dort angekommen und geparkt stellten wir rasch fest, dass es sich hier um einen Ort handelt, der im Weltkrieg mit Bombenangriffen überhäuft wurde. Von der ursprünglichen Bunkeranlage war nicht mehr all zuviel zu erkennen und die gesamte Ebene ist von Bombenkratern übersäht. Selbst nach Jahrzehnten sind die massiven Auswirkungen sichtbar. Die Krater sind zwar inzwischen mit Gras und Pflanzen überwachsen, die Vertiefungen und Hügel stimmen einen aber erneut nachdenklich. Einmal mehr sind wir an einem schönen Ort direkt am Meer angelangt und mussten feststellen, welch zerstörerische Wirkung der Mensch auf die Erde haben kann. Nach dem ungeführten Rundgang durch das Bunkergelände, das unterdessen zum Opfer des Massentourismus geworden ist, machten wir uns auf den weiteren Weg – das nächste Ziel hiess Isigny-sur-Mer, erneut waren wir aber leicht enttäuscht. Erwartet hatten wir ein schönes, gemütliches Städtchen, vielleicht sogar mit einem französischen Markt. Vorgefunden haben wir aber lediglich ein Ort, wie es auch jeder andere hätte sein können. Trotzdem genehmigten wir uns in Isigny-sur-Mer unser Mittagessen, bevor wir für einen Kaffee und einen Dessert in den nächsten McDonalds sassen und für eine knappe Stunde das Internet heiss laufen liessen. Zwar haben wir seit einigen Tagen die Möglichkeit, das mobile Internet an jedem Ort zu nutzen, so richtig funktioniert hat die Geschichte bisher aber nur in Le Havre. An der Küste am Rande des Landes wurde zwar ebenfalls eine Verbindung hergestellt, die Geschwindigkeit erinnerte aber an vergangene Zeiten mit 56k-Modem.
Ein mitgebrachter Flyer erinnerte uns daran, dass ganz in er Nähe, in Sainte-Marie-du-Mont ein weiteres Museum zum D-Day lag, welches wir als nächstes aufsuchten. Der Besucherandrang hielt sich stark in Grenzen und der Besuch war recht angenehm. Im Museum wird diverse Original-Ausrüstung gezeigt und vorgestellt. Fahrzeuge sind zum teil begehbar und an einem Modell werden die Schachzüge des Krieges gezeigt und in verschiedenen Sprachen erklärt. Zum Abschluss des Besuchs warteten wir auf die deutsche Aufführung eines Film-Beitrages mit originalen Aufnahmen aus dem Krieg und einer dazu gesprochenen Dokumentation über die verschiedenen Schlüsselmomente des Krieges am Utah Beach.
Für den heutigen Tag mussten diese Besuch reichen, was kulturelle Themen betraf und so machten wir uns nordwärts der Küste entlang auf den Weg zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit. Die haben wir auch gefunden und tatsächlich sollte es erneut ein Camping-Platz werden. Vom Spezial-Angebot für Ankunft ab 18.00 Uhr und Abfahrt bis 10.00 Uhr konnten wir nur profitieren, wenn wir noch eine gute Stunde auf dem Parkplatz warteten. Da die Minderkosten nicht wenig waren, nahmen wir das gerne in Kauf und besuchten nachher erneut die Rezeption. Ab sofort durften wir unseren Stellplatz beziehen und von den sanitären Anlagen profitieren. Selbst eine Dusche, in der man sich ohne Weiteres auch mal drehen und wenden kann, bekommt in Ferien mit dem Wohnmobil einen Luxus-Charakter. Und man stelle sich vor, zum Abendessen gab es eine frisch gebackene, feine, französische Pizza – ein herrlicher Tag, der durch die kommende Nacht besiegelt wurde..

Normandie 2010 | Museum am Utah Beach Normandie 2010 | Pointe du Hoc
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Normandie 2010 | Tag 6

Normandie 2010 | Tag 6

Tag 6 | Kriegsgeschichte intensiv

An unserem aktuellen Standort, Colleville-sur-Mer, lagen wir relativ zentral am Omaha Beach. So hatten wir uns für den heutigen Tag dann auch vorgenommen, einige weitere historische Standorte und berühmte Museen im Osten und im Westen zu besuchen. In Arromanches stand beispielsweise das D-Day Museum und das 360° Kino auf dem Programm. Das Museum ist ansprechend gemacht. Darin sind Modelle des künstlichen Hafens ausgestellt, welcher nach der Landung am D-Day gebaut wurde. Die Führungen finden abwechslungsweise in diversen Sprachen statt. Zusätzlich können einige originale Uniformen, Werkzeuge und Waffen bestaunt werden. Durch die grosse Fensterfront des Museums-Gebäude, hat man die Möglichkeit, viele Bilder direkt mit der heutigen Aussicht zu vergleichen. Das 360° Kino befindet sich erhöht über der Stadt – ein Besuch lohnt sich für jeden, der keine Schwindelgefühle empfindet und intensive Bilder problemlos sehen kann. Das Kino zeigt einen ca. 20-minütigen Film mit Original-Aufnahmen vom Krieg, jeweils im Vergleich zur heutigen Zeit. Zusätzlich zur Schwierigkeit, in welche Richtung man nun sehen soll, kommt die Tatsache, dass die Bilder aus Hubschraubern und Flugzeugen gefilmt wurden, was einem das Gefühl gibt, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Für kleinere Kinder sind die Bilder nur eingeschränkt zu empfehlen. Man sieht da und dort schonmal Details, die man den Kleinen nicht unbedingt zumuten muss. Auf der Höhe des Kinos wird einem ein schöner Überblick über Arromanches und die verbleibenden Reste des künstlichen Hafens gewährt.
Die nächstgelegene Sehenswürdigkeit befand sich für uns in Longues-sur-Mer. Dort sind nach wie vor die Verteidigungs-Batterien vorhanden und dies in erstaunlich gutem Zustand. Zumindest die Geschütz-Stellungen, die im Krieg nicht bombardiert wurden sehen noch fast aus wie neu, abgesehen von den verrostenden Geschützen darin. Etwas zurückgesetzt von der Küste gewährt der Platz dennoch einen guten Überblick über den Ort und den gesamten Strandsektor Omaha.
Der darauf folgende Besuch in Port-en-Bessin hätten wir uns sparen können. Der Ort bietet sowohl in geschichtlicher, wie auch jeder anderen Hinsicht nicht sonderlich viel. Sogar die Parkplatzsuche war spannender als der eigentliche Besuch des kleineren Ortes. Die Besuche der Museen und Gedenkstätten sind zwar schön, regen aber auch zum Nachdenken an und zerren auf eine etwas andere Weise an den Kräften. Somit schlossen wir für diesen Tag mit Besichtigungen ab und begaben uns langsam aber sicher wieder an unseren Camping-Platz – und heute hat uns auch die Alarmanlage nicht auf die Schippe genommen..

Normandie 2010 | Geschütz in Colleville Normandie 2010 | Campingplatz in Colleville
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Normandie 2010 | Tag 5

Normandie 2010 | Tag 5

Tag 5 | Weiterreise zum Omaha Beach

Der Wetterwechsel stand tatsächlich an. Das Erwachen fand bei schönstem Sommerwetter statt. Die Wolken waren wie vom Erdboden verschluckt. Ein perfekter Tag also, um die Weiterreise unter die Räder zu nehmen. An diesem Tag hatten wir uns vorgenommen, in den Bereich zu fahren, in welchem der zweite Weltkrieg getobt hatte. Es werden nachdenkliche Tag werden, sobald wir im Bereich der verschiedenen Landungsstrände der Alliierten Truppen ankommen. So wurden wir dann auch schon auf dem Weg nach Colleville von verschiedenen Mahnmälern und Museen darauf hingewiesen, dass wir uns bereits in dieser geschichtsträchtigen Region befinden. Bald sind wir an einem uns sympathischen Camping-Platz angekommen, nachdem wir den letzten wieder verlassen hatten, als wir das Preisschild gesehen hatten. Für einmal buchten wir die Übernachtung direkt für zwei Tage, da es hier wohl genug zu sehen gibt. Der Camping-Platz warb mit eigenem Strand, dass dorthin ein Fussmarsch von 10min (sehr knapp geschätzt) nötig wäre, wurde uns erst nach errichten der Gebühr mitgeteilt. Dennoch bezogen wir also erstmal unseren Platz und machten uns auf die Reise zum Strand. Die Zeitrechnung in Frankreich scheint etwas eigen zu sein, angekommen sind wir nämlich erst nach etwa 20 Minuten. Die Tatsache, dass meine Strandschuhe zu Beginn des Abstieges den Geist, bzw. die Riemen aufgegeben hatten, änderte nicht viel an der aufgewendeten Zeit, sehr wohl aber an der Laune meiner Füsse. Kaum waren wir aber da, hatten wir uns mit keinem Wort mehr beklagt. Vor unseren Füssen lag ein riesiger Sandstrand, das weite Meer und das alles bei sommerlichem wolkenlosen Sonnenschein. So was müsste ein Publikumsmagnet sein, aber weit gefehlt, wir waren weit und breit die Einzigen, die sich hier unten befanden. Uns sollte es recht sein und wir haben erstmal dieses herrliche Szenario direkt am Omaha Beach auf uns wirken lassen. Es lässt sich immer etwas schwieriger geniessen, wenn man weiss und vor allem bedenkt, dass vor nicht allzu vielen Jahren hier ein tobender Krieg wütete. Dennoch versuchten wir, die Ruhe und die Einsamkeit wirken zu lassen, bevor wir uns gestärkt etwas später wieder an den Aufstieg zum Camping-Platz machten. Inzwischen war es Nachmittag geworden, der Tag war aber noch zu jung, um ihn einfach so ausklingen zu lassen. Nach etwas Recherche in unseren zahlreichen Museen- und Memorial-Flyern stellten wir fest, dass sich der amerikanische Kriegsfriedhof in unmittelbarer Nähe befindet. Das Navigationsgerät teilte uns mit, dass es sich um exakt 1,6km handelte. Also packten wir die Fahrräder vom Wohnmobil und machten uns auf den Weg. Kaum einem sind Bilder von diesem Friedhof unbekannt, jeder weiss ungefähr, was einen an diesem Ort erwartet. Selber mal da zu sein beeindruckt dennoch stark. Kreuz an Kreuz steht im grünen, hochgepflegten Rasen. Kein Grashalm ist länger als der andere – man sieht sofort, dass in die Pflege dieses Ortes viel Zeit und Aufwand gesteckt wird. Und es lohnt sich. Selbstverständlich habe ich versucht, die Stimmung mit meiner Kamera einzufangen, ein schwieriges Unterfangen, dennoch wurden einige sehenswerte Resultate erreicht. Während unseres Aufenthaltes lauschten wir hin und wieder einigen Guides, die ihr Wissen mit Besuchern teilten und erfuhren so spannende Einzelheiten zu diesem Friedhof. So ist es beispielsweise ein Brauch, dass Kriegsveteranen, die Kreuze von gefallenen Kollegen oder Familienangehörige das betreffende Kreuz mit nassem Sand vom Strand einreiben, wodurch die eingravierten Namen und Daten besser sichtbar werden und sich besser fotografieren lassen. Das nasse Sand trocknet an der französischen Sonne in kurzer Zeit und fällt in den Rasen, wonach das Kreuz wieder sauber und strahlend weiss wird. Ein einziges Kreuz haben wir dann auch entdeckt, in wessen Gravur nasser Sand erkennbar war. Davor ein grosszügiges Blumen-Bouquet und eine amerikanische Flagge. Nach unserem stündlichen Besuch erklang ein Horn und die US-Flagge des Friedhofs wurde gesenkt was wir als Aufforderung verstanden hatten, langsam zu gehen. Schliesslich wurde die Gedenkstätte in einer halben Stunde geschlossen.

Der Rest des Tages spielte sich im gemütlich eingerichteten Camping-Platz ab, und in der Küche unseres mobilen Zuhause wurden Spaghetti Bolognaise zum Abendessen zubereitet. Und wie immer stand nach dem Abendessen der Abwasch auf dem Programm. Normalerweise eine begrenzt spektakuläre Tätigkeit, die Alarmanlage unseres Campers änderte das aber schlagartig. Kaum weggelaufen und den Verriegelungsknopf gedrückt quittierte das Fahrzeug die Schliessung der Zentralverriegelung mit einem Piep-Ton. Fünf Schritte später klang das Ganze ein bisschen anders. Die laute Sirene war ganz bestimmt über den ganzen Camping-Platz zu hören, die Leute drehten ihre Köpfe und wir wären am liebsten im Erdboden versunken. Gemäss Betriebshandbuch sollte die Alarmanlage nach 24 Sekunden ausschalten, gottseidank hatte sie das dann auch getan. Also nochmals ein Versuch. Das ganze Geschirr wieder auf den Armen und erneut ertönte wieder diese ziemlich auffällige Sirenenton. Die Entriegelung der Fahrzeugschlösser half nicht, das öffnen der Türen ebenso wenig und sogar die Zündstellung des Zündschlüssels änderte nichts an der musikalischen Camping-Platz-Unterhaltung. Nach weiteren 24 Sekunden (aber gefühlten 7 Minuten) schaltete sich die Alarmanlage erneut aus und die Schliessung des Wohnmobils musste für den Abwasch von heute ohne Alarmanlage reichen. Die Ursache des Alarms können wir höchstens erahnen. Wir einigten uns darauf, dass die herausgelassene Store das Fahrzeug in einen Winkel neigte, der ausreichte, um den Neigungssensor der Alarmanlage anzusprechen – ob wir damit richtig liegen, werden wir wohl nie erfahren. Also doch noch etwas Action, das war’s dann aber auch erstmal für diesen Tag. Sollte das mit dem Wetter hingegen so weiter gehen, können wir durchaus zufrieden sein. Und so kam sie dann, die erste Nacht auf dem Camping-Platz am Omaha Beach..

Normandie 2010 | Traumstrand Omaha Beach Normandie 2010 | Amerikanischer Gedenkfriedhof
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