Einleitung

Wie mir vor einiger Zeit geht es vermutlich auch anderen da draussen. Die HDR Fotografie wird entdeckt. Mich haben die kräftigen Farben, ja zum Teil auch die kitschige Darstellung von dazu passenden Bildern sofort in seinen Bann gezogen, als ich das erste HDR-Bild gesehen hatte. Nun, nach ungefähr einjähriger Weiterentwicklung meiner Kenntnisse in dieser Foto Technik, fühle mich mich bereit, ein Tutorial auf die Beine zu stellen, von welchem vielleicht der eine oder andere profitieren kann. Ich versuche, dieses anfängertauglich und praxisorientiert zu verfassen.

Inhalt

Was ist HDR

HDR (auch HDRI) bedeutet soviel wie High Dynamic Range (Image), der Name ist somit also Programm. Mit der HDR-Technik können Fotos erzeugt werden, die einen besonders grossen Dynamikumfang haben. Übliche Digitalkameras sind nicht in der Lage, direkt HDR-Fotos zu erstellen, es ist aber möglich, diese durch Belichtungsreihen zu rekonstruieren. Weiter in die technischen Details möchte ich nicht gehen, erstens interessiert es wohl keinen und zweitens wissen die meisten, die hier landen vermutlich schon, worum es geht.

Ausrüstung

Viele Kameras bieten heute die Möglichkeiten, Belichtungsreihen zu erstellen. Eine digitale Spiegelreflex-Kamera bringt diese Funktion mit Sicherheit mit. Ein Stativ ist für saubere HDRs fast unabdingbar, vorallem an Orten wo sich die Umgebungshelligkeit in Grenzen hält und somit längere Belichtungszeiten nötig werden. An einem strahlenden sonntigen Tag kann man dennoch auch ohne Stativ brauchbare Ergebnisse erzielen, wenn man die Kamera so einstellen kann, dass automatisch drei oder mehr Aufnahmen mit einem Auslöse-Befehl aufgenommen werden.

Einstellungen der Kamera

Als Aufnahmeformat sollte wenn möglich die RAW-Variante ausgewählt werden, somit werden auf der Speicherkarte also Dateien mit der Erweiterung .CR2 (z.B. Canon) oder .RAW (z.B. Nikon) gespeichert.

Bei Canon Spiegelreflex Kameras kann die automatische Erstellung einer Belichtungsreihe über die Belichtungskorrektur in Verbinung mit Reihenaufnahmen erzielt werden. So werden nacheinander automatisch ein normal-, ein unter-, sowie ein überbelichtetes Foto aufgenommen. Da diese Einstellungen sich je nach Marke, wie auch nach Kamera-Modell stark unterscheiden, gehe ich hier nicht genauer darauf ein. Für das erste HDR-Bild reicht es, wenn drei Bilder erstellt werden, später kann man die Notwendigkeit von mehreren Bildern pro Belichtungsreihe automatisch abschätzen.

Beschaffung des Rohmaterials

Nun geht es also um die Beschaffung des Rohmaterials. Packen wir unsere Kamera ein und schnüren uns das Stativ auf den Buckel. Eine IR-Fernbedienung kann ebenfalls nicht schaden um uns vor Verwacklern bei der Aufnahme zu bewahren. Kaum vor der Türe angekommen springen uns mit Bestimmtheit schon hunderte von Motiven ins Auge, die sich für eine erste HDR Aufnahme eignen. Ein Baum soll das Opfer für unser HDR Bild werden, er weiss bis anhin nur noch nichts davon – muss er aber auch nicht.

Nachdem die Kameraposition bestimmt ist und auf dem Stativ an seiner Stelle steht, werden die Kamera-Einstellungen wie oben genannt vorgenommen. Also zuerst die Belichtungskorrektur so einstellen, dass nacheinander drei unterschiedlich Belichtete Aufnahmen entstehen. Als zusätzliche Unterstützung schalten wir die Reihenaufnahme ein. Durch den Sucher blickend, definieren wir unseren Bildausschnitt und drücken den Auslöser durch, bis die drei Aufnahmen erstellt wurden.

Das Resultat dieses Ausfluges sieht dann beispielsweise wie folgt aus:

Der Baum (normalbelichtet)(Normalbelichtet) Der Baum (unterbelichtet)(Unterbelichtet) Der Baum (überbelichtet)(Überbelichtet)

Nützliche Software

Mit den Bildern zurück am Computer geht es nun darum, diese in unser erstes HDR Bild zu packen. Für diesen Schritt gibt es viele kleine Helferlein. Ich werde in diesem Tutorial lediglich auf Photomatix Pro von HDRsoft eingehen. Dieses Tool ist sowohl für Windows, wie auch für Mac erhältlich und kann zeitlich uneingeschränkt getestet werden, es werden aber bis zum Kauf jeweils Wasserzeichen in das Bild geschrieben. Um die Funktionalitäten aber zu testen und zu erkennen, ob man mit dieser Lösung zurecht kommt, reicht es aber allemal. Sollte man sich dafür entscheiden, die Software zu kaufen, kann diese für EUR 70,00 bei HDRsoft bezogen werden. Mit dem Gutscheincode STUCKINCUSTOMS kann man sich dabei noch einen Rabatt von 15% sichern.

Selbstverständlich gibt es aber auch die eine oder andere Freeware Software, die ähnliche Funktionalitäten bieten. Einige Beispiele dafür wären FDRTools, oder PictureNaut.

Erzeugung des HDR Bildes

Jetzt wird es ernst. Die drei Bilder liegen auf dem Desktop bereit und Photomatix Pro wurde gestartet. Die Benutzeroberfläche sieht auf den ersten Blick sehr schlicht und einfach aus, das ändert sich, sobald die Bilder geladen und vorbereitet werden.

  1. Ein Klick auf den Button HDR erzeugen öffnet das Auswahlfenster für die Ausgangsbilder. Über Durchsuchen können diese ausgewählt werden, wonach sie in der Liste erscheinen. Ein Klick auf OK lässt dann das Einstellungsfenster für das HDR erscheinen (Bild 1). Wie die Ausgangsbilder ausgerichtet werden, muss zum Teil der Situation angepasst werden. Meistens erhält man durch beide Einstellungsmöglichkeiten ähnliche Ergebnisse. Treten bei einer Bildberechnung aber mal markante Fehler auf, versucht man es am besten nochmals mit der anderen Option. Die restlichen Optionen sind vorläufig nicht von Bedeutung. Über HDR erzeugen kann nun also selbiges getan werden. Wer nun schon ein grossartiges Resultat erwartet hat, wird vermutlich ein bisschen enttäuscht sein, denn je nach Quellbilder sieht das gerade gerechnete Bild noch ziemlich ähnlich aus, wie das Normalbelichtete Foto von vorhin. Das eigentliche Tone Mapping, in welchem die Eigenschaften vergeben werden, folgt erst.
  2. Vorher überprüfen wir das Bild mit der erschienenen Bildschirmlupe auf Fehlerhaftes Zusammenfügen der Software. Vorallem bei feinen Bildteilen ist relativ schnell erkennbar, wie gut das Zusammenfügen geklappt hat (Bild 2). In unserem Fall scheint alles zu passen, dann kan es ja nun los gehen.
  3. Über den Button Tone Mapping können wir zum kreativen Teil übergehen. Das Bild wird automatisch so angezeigt, wie das letzte Bild abgeschlossen wurde. Zum Teil hat das Bild also direkt schon eine sehr extreme Wirkung. In der Verwendung der vielen Regler (Bild 3) wird relativ schnell klar, welche Regler was bewirken. Es ist etwas Erfahrung notwendig, um die zum Bild passenden Einstellungen zu finden. Ich nutze für das Tone Mapping meistens die Methode Details Enhancer, eher selten dagegen die Methode Tone Compressor.
  4. Mit den verwendeten Einstellungen (Bild 4) erhalten wir also ein Bild mit tiefer Farbtemperatur aber enorm viel Sättigung (Bild 5).
  5. Sobald die gewünschte Bildstimmung erreicht ist, kann das Bild über Verarbeiten fertiggestellt und danach gespeichert werden – und das war’s dann auch schon.
Photomatix Pro: HDR EinstellungenBild 1 Photomatix Pro: TonemappingBild 2 Photomatix Pro: BildlupeBild 3 Photomatix Pro: BeispieleinstellungenBild 4 Photomatix Pro: Beispiel-ErgebnisBild 5

Resultat

Ich habe danach die Farbtemperatur wieder erhöht und hab weiter an den Reglern herumgespielt, bis ich das gewünschte Ergebnis erreicht habe. Ich finde, dieses lässt sich durchaus sehen, die Wirkung der HDR Bilder ist jedoch immer Geschmackssache. So ist die HDR-Technik bei einigen Fotografen sehr verpönt, weil es in deren Augen nicht realitätsbezogen ist – was in diesem unten zu sehenden Beispiel mit Bestimmtheit korrekt ist.

Der HDR Baum

Weiterführende Quellen

Im Internet gibt es tonnenweise Informationsmaterial über die HDR-Fotografie. Ausserdem gibt es in der Zwischenzeit einiges an Literatur zu diesem Thema. Folgend eine Liste von Quellen und Literatur, die mich in meiner Arbeit inspiriert und unterstützt hat:

1 Antwort : “HDR Fotografie | Das Tutorial”

  1. geils tut… du erwähnsch unterem link genau das buech won i als nögschtst chaufe will…. find dä effekt no geil, wenn mer ä bild aklickt unds so use chunt und wieder retour an ursprüngliche platz goht… yeah, wiiter so!!!!

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